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A
Absorption:
Aufnahme, z.B. von Nährstoffen im Darm

Ad libitum:
Nach Belieben, zur freien Verfügung, Abk.: ad lib.

Alleinfutter:
Alleinfutter liefern alle Nährstoffe in ausreichender Menge, also auch die
Rohfaser. Nach der Futtermittelverordnung werden irreleitend auch
Mischfuttermittel so bezeichnet. Um eine gesunde Verdauung zu gewähr-
leisten, sollten diese aber niemals alleine, sondern nur in Verbindung mit Raufutter gefüttert werden.

Aminosäure (AS):

Bausteine der Eiweiße. Bekannt sind 20 AS, wovon rund 10 essentiell sind
(müssen mit dem Futter zugeführt werden) z.B. Lysin. Die übrigen 10
werden vom Pferde-Organismus selbst aus Nahrungsbestandteilen gebildet.

Ammoniak:
farbloses, giftiges Reizgas, das beim Harnstoffabbau freigesetzt wird. Ist
u.a. durch seinen sehr stechenden Geruch gekennzeichnet. Es besitzt eine
gute Löslichkeit in Wasser, so entsteht Salmiakgeist. Diese Lauge besitzt
in höherer Konzentration eine stark ätzende Wirkung. Ammoniak greift im
Stall die Hufe an und schädigt Haut und Schleimhäute. In schlecht
gelüfteten Pferdeställen kommt es deshalb oft zu Lungenproblemen. In
modernen Einstreuprodukten wird deshalb oft ein Ammoniakblocker
(Enzyme und Bakterien, die das Ammoniak binden und umwandeln)
verwendet

Antioxydanten:
Zusatzstoffe, die freie Radikale abfangen und unschädlich machen. Somit
haben sie eine Schutzfunktion für die Körperzelle. Ein natürliches
Antioxidans ist z.B. Vitamin E.

Ätherische Öle:
Flüchtige, meist pflanzliche Öle mit charakteristischem, angenehmen
Geruch und wohltuender Wirkung.

Aufgeschlossen:
Getreide wird behandelt (aufgeschlossen), um eine bessere Verdaulichkeit
von schwer verdaulicher Stärke zu erreichen.

Azidose:
Übersäuerung (zu niedriger PH-Wert); häufig im Blind- und Grimmdarm
des Pferdes, ausgelöst durch zu hohe Kraftftfuttergaben


B
Biotin:
Vitamin, das in mindestens 9 biotinabhängigen Enzymen benötigt wird.
Viele dieser Enzyme katalysieren wichtige Schritte des Haut- und Haar-
stoffwechsels. Ein Biotinmangel äußert sich in Haut- und Fellirritationen
sowie schlechten Hufen.

Ballaststoffe:
Ein ballaststoffreiches (rohfaserreiches) Futter ist Raufutter. Das Pferd ist
dank seiner Verdauungsphysiologie in der Lage, ballaststoffreiches Futter
energetisch zu verwerten. Für den Menschen sind sie unverdaulich.

Bierhefe:
Reich an B-Vitaminen und Aminosäuren. Stabilisiert die Darmflora und wirkt
appetitanregend. Reguliert den Stoffwechsel.

Biologisch hochverfügbar:
bzw. biologisch wirksam bedeutet, dass Nährstoffe aufgrund ihrer natürlichen
Herkunft oder organischen Struktur weit besser vom Körper aufgenommen
werden können als künstliche oder so genannte anorganische Verbin-
dungen. Sie sind somit um ein Vielfaches wirksamer.

Biophile Mineralstoffe:
Biophile (wörtlich lebensfreundliche) Mineralstoffe werden aufgrund ihrer
spezifischen organischen Bindungsform im Organismus besonders gut
verwertet. Sie können z.B. als Aminosäuren-Chelate oder als
Zuckerverbindung, als Inhaltsstoffe von Hefe, Algen oder Milchprodukten
vorliegen.

Botulismus:
Futtermittelvergiftung, die durch die Aufnahme von Botulinumtoxin
ausgelöst wird. Dieses Gift wird von einem Bakterium gebildet. Botulismus
kann durch die Fütterung von, durch verseuchte Erde oder Kadaverein-
schluss, verunreinigter Silage auftreten. Nach Aufnahme der Infektion
dauert es zwischen 1 bis 6 Tagen bis zum Auftreten der ersten
Krankheitssymptome. Muskelzittern, unregelmäßige Gänge und
Schluckbeschwerden sind erste Anzeichen. In weiterer Folge kommt es zu
Muskelschwäche und Festliegen infolge von Lähmungserscheinungen, die
letztlich innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen können.

Brottrunk:
Milchsäure-Gärungsprodukt auf Getreidebasis. Grundlage ist Vollkornbrot.
Gehört zur Gruppe der Probiotica mit natürlicher leistungssteigernder
Wirkung. Brottrunk hilft entartete Hefepilze im Darm wieder umzustimulieren
und so die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Auch äußerlich wird
Brottrunk gegen Pilz und Räude eingesetzt.


C
Carnitin (L-Carnitin):
wird aus den Aminosäuren Lysin und Methionin gebildet. Carnitin ist ein natürlicher Bestandteil der Muskulatur von Säugetieren. Dabei weisen die
Herz- und Skelettmuskulatur relativ gesehen den höchsten Anteil auf. Über
die Zufütterung fördert L-Carnitin die Ausdauer- bzw. Leistungsfähigkeit von Sportpferden.

Carotin (ß-Carotin):
Vorstufe des Vitamin A, daher auch die Bezeichnung „Provitamin A“. Der
Körper ist in der Lage, je nach Bedarf aus ß-Carotin Vitamin A herzustellen.
Die Gefahr einer Überdosierung von ß-Carotin besteht nicht. Bei zu hohen Gaben von Vitamin A kann dies aber der Fall sein.

Cellulose:
Gerüstsubstanz fast aller Pflanzen (= Art von Rohfaser). Wird vom
Pferd mikrobiell verdaut. Bei Störungen im Verdauungstrakt ist Cellulose unverdaulich.

Coenzym:
Substanzen, die an Enzymreaktionen beteiligt sind. Coenzyme sind
allgemein fest an ein Enzym gebunden. Vorstufen der Coenzyme sind
häufig Vitamine, also essentielle Nahrungsbestandteile.

Cystin:
schwefelhaltige Aminosäure, die vernetzte Strukturen in Haaren und
Horn schaffen kann. Haare und Hufe bekommen so mehr Festigkeit.


D
DE:
Abkürzung für „digestible energy“ = verdauliche Energie

Diätfuttermittel:
Mischfuttermittel, die dazu bestimmt sind, den besonderen Ernährungs-
bedarf der Tiere zu decken, bei denen insbesondere Verdauungs
Resorptions- oder Stoffwechselstörungen vorliegen oder zu erwarten sind.


E
Eiweiß:
besteht aus Aminosäuren. Es gibt zwei Gruppen: die eigentlichen Eiweiße
(Proteine) und die Proteide. Proteine sind die Baustoffe des Körpers.
Proteide sind Verbindungen von Proteinen mit nicht eiweißartigen Gruppen
(z.B. Schleimstoffe)

Elektrolyte:
Mengenelemente (Natrium, Kalium, Chlor), die über den Schweiß oder bei
Durchfall verloren gehen.

Endotoxine:
Giftstoffe von absterbenden Bakterien, die im Körper in das umgebende
Gewebe eindringen.

Enzyme:
Enzyme sind Eiweißmoleküle, die als Katalysatoren chemische Reaktionen
beschleunigen. Enzyme sind für den Stoffwechsel unverzichtbar. Für
verschiedene Ausgangsstoffe (Substrate) und verschiedene chemische
Reaktionen gibt es verschiedene Enzyme.

Erdefressen:
Fressen und Lecken von Erde wird als Zeichen für Nährstoffdefizit oder
Langeweile interpretiert.

Erhaltungsbedarf:
liegt höher als der Grundumsatz; hängt im Wesentlichen von der
Wärmeabgabe des Organismus ab, welcher wiederum von der
Körperoberfläche abhängt: je größer die Körperoberfläche, desto höher
die Wärmeverluste.

Erhaltungsstoffwechsel:
Stoffwechsel, der nicht zur Zunahme der Biomasse führt, aber Energie
benötigt, die ausschließlich zur Lebenserhaltung nötig ist.

Essentiell:

= unabdingbar. Übertragen bedeutet essentiel, auch „nicht kopierbar“ oder
„nicht herstellbar“.

Essentielle Aminosäuren:
Da der Körper diese nicht selber bilden kann, müssen diese mit der Nahrung zugeführt werden. Dazu gehören Lysin, Methionin, Threonin, Leucin,
Isoleucin, Valin, Phenylalanin.


F
Ferment:
frühere Bezeichnung für das Wort Enzym.

Fermentation:
Chemische Umwandlung von Stoffen durch Bakterien und Enzyme (Gärung).

Fermentgetreide:
Milchsäure-Gärungsprodukt auf Getreidebasis. Die Fütterung von Ferment-
getreide hilft das Säure-Basen-Gleichwicht wieder herzustellen, wirkt
entgiftend, unterstützt die körpereigene Vitaminsynthese und fördert die
Futterverwertung. Es ist reich an Mineralien, Spurenelementen und
essentiellen Aminosäuren.

Folsäure:
Die Folsäure ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Vitamin BGruppe; sehr
wichtig bei der Zellteilung und der Neubildung von Zellen. Zusammen mit
Vitamin B12 ist Folsäure essentiell für die Bildung von roten und weißen
Blutkörperchen sowie für die Produktion von Blutplättchen, die für die
Blutgerinnung und damit für den „Wundverschluss“ notwendig sind. Folsäure ist außerdem sehr wichtig für die Synthese von Nukleinsäuren, welche die
Basisinformationen der Erbanlagen (DNS) erhalten. Aus diesem Grund ist
Folsäure für die Entwicklung des Embryos in der Trächtigkeit von Bedeutung.

Freie Radikale:
aggressive Moleküle, die Zellbestandteile angreifen. Sie entstehen ständig
in den Mitochondrien währed der Energieerzeugung. So auch während der
Knorpelabreibung in den Gelenken. Sie werden innerhalb des
Immunsystems zur Abwehr von Krankheitserregern eingesetzt und sind in
angemessener Anzahl notwendig. Bei einer zu hohen Anzahl können freie
Radikale jedoch die körpereigenen Zellen schädigen. Unschädlich gemacht
werden die freien Radikale durch die so genannten Antioxidantien.

Fütterungssequenz:
Reihenfolge der Futtermittelgabe pro Mahlzeit. Sie richtet sich nach der
Rationszusammensetzung. Sinnvoll ist es, vor jeder Kraftfuttergabe das
Raufutter zu füttern, um stabile Milieubedingungen sicherzustellen.


G
Glucosamin:
Glucosamine gehören zu den sog. Glykosaminoglykanen

Glykosaminoglykane (GAG):
Extrakt aus der grünlippigen neuseeländischen Muschel. GAG sind
besondere Eiweiß-Zuckerverbindungen des Bindegewebes. Sie sorgen dafür,
dass Stöße und Belastungsdruck im Gelenkknorpel und in den Zwischen-
Wirbelscheiben elastisch abgedämpft werden. Außerdem sind sie für die
Schmiereigenschaften der Gelenkflüssigkeit verantwortlich. Sie gewährleisten damit sowohl die freie Beweglichkeit als auch die Stabilität der Gelenke und
der Wirbelsäule.

Grascobs:
Bestehen aus warmluftgetrocknetem Gras. Sie sind eiweißreicher als
Wiesencobs (mindestens 13 %) und sind damit für Pferde mit höherem
Eiweißbedarf, wie zum Beispiel hochtragende und laktierende Stuten
geeignet. Der Durchmesser der Grascobs variiert von 8 –18 mm.

Gravidität:
Trächtigkeit der Stute.

Grundumsatz:
entspricht dem Energiebedarf eines Lebewesens, der in völliger Ruhe, in
thermoneutraler Umgebung und bei leerem Magen-Darmtrakt bestimmt
wird.

Grünlippenmuschelextrakt:
Muschelextrakt mit höchster biologischer Aktivität von Muscheln, die direkt
vor der Geschlechtsreife geerntet wurden. Enthält Glykosaminoglykane (GAG)

Grünmehlpellets:
Um die Trocknung zu beschleunigen, wird Gras fein gemahlen und zu Pellets gepresst. Die Struktur geht verloren, die Verdaulichkeit der Rohfaser sinkt
auf die Hälfte und die Fresszeit ist wesentlich kürzer als bei Pre Alpin
Wiesencobs. Grünmehlpellets können nicht als Grundfutter angesehen
werden.


H
Heucobs:
siehe Wiesencobs

Histamin:
Sind biogene Amine (niedermolekulare organische Basen) die im Stoff-
wechsel von Pflanzen, durch Mirkoorganismen oder Enzyme aus der
Aminosäure Histidin leicht gebildet werden können, d. h. überall, wo
Verderb stattfindet oder Mirkrorganismen leben, kann Histamin gebildet werden (z.B. Silage, verschimmeltes Heu, angegorenes Getreide, faules
Obst). Bei Pferden, die eine Überempfindlichkeit gegenüber Histamin
aufweisen, können bereits geringe Mengen allergische Reaktionen auslösen.

Histidin:
Aminosäure; wichtig für das Blut und Immunsystem.

Hormone:
Hormone sind körpereigene Informationsvermittler, die in Drüsen
bestimmter Organsysteme gebildet und anschließend ins Blut abgegeben
werden. Dann gelangen sie zu Zellen mit bestimmten Andockstellen
(Rezeptoren), wo ihre Nachricht gelesen werden kann. Sie sorgen für den
Ablauf von Stoffwechsel, Entwicklungsvorgängen und Verhalten.

Hydrothermisch behandelt:
Die hydrothermische Behandlung des Getreides stiegert die Futterqualität
durch verbesserte Verdaulichkeit der Getreidestärke, erhöhte Schmackhaf-
tigkeit und Reduzierung von Keimen, Schadstoffen und Bakterien.
Exdrudieren/Expandieren bzw. Poppen/Puffen sind Methoden der
Hitzebehandlung von Getreide durch Druck, Reibung und teilweise
Wasserdampf. Siehe: Aufgeschlossenes Getreide.

Hyperlipidämie:
Störung des Fettstoffwechsels (z.B. beim rapiden Abnehmen zur
Gewichtsreduktion) aufgrund Erhöhung der Fettkonzentration im Blut.


I
I.E.:
Internationale Einheit: eine international einheitlich festgesetzte Menge der
Gewichtseinheit einer bestimmten Substanz (z.B. Vitamin, Antibiotikum,
Hormon, Arzneimittel), die nach Aufnahme bei international gültiger
Definition oder Bedingung (z.B. Temperatur) in einem Test eine genau
definierte Wirkung hat.
Zum Beispiel:
Vitamin A: 1 IE = 0,3 Mikrogramm (1 μg = 3,33 I.E.)
Vitamin E: 1 IE = (d-alpha-Tocopherol) = 0,67 mg (1 mg = 1,49 I.E.)
Vitamin D: 1 IE = 0,025 Mikrogramm (1 μ = 40 I.E.)

Immunität:
Körpereigenes Abwehrsystem gegen Infektionen durch Bakterien, Viren und
krankmachende Stoffwechselprodukte. Geschwächt wird die Immunität durch
nicht zu verhindernde Umwelteinflüsse, starke körperliche Belastung und
Überforderung, mangelhafte Stallhygiene und schlechtes Stallklima
(Ammoniak/Staub), zu stärke- und eiweißhaltige Fütterung und
ungenügende Versorgung mit Mineral- und Vitalstoffen, Parasitenbefall,
Transportstress, Arzneimittel wie Antibiotika oder Cortison und Impfungen in
Stresssituationen sowie hohem Infektionsdruck zum Beispiel auf Turnieren.

Inappetenz:
Appetitlosigkeit, meist durch Erkrankung, unhygienisches Futter, hohe
Leistungsanforderung, psychische Belastung (z. B. neuer Stall) oder
Zinkmangel.

Indikation:
Anlass einer medizinischen Maßnahme

Inkubation:
Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch einer Krankheit

Intermidärstoffwechsel:
Stoffwechselabläufe innerhalb des Körpers (z. B. Auf- und Abbau von
Aminosäuren)

Inulin:
Kohlenhydrat auf Fructose-Basis, das in verschiedenen Pflanzen als
Speicherkohlenhydrat dient: Die Pflanze Topinambur besitzt einen sehr
hohen Gehalt (prebiotisch).


J
Jojobaöl:
Das Jojobaöl wird aus der Nuss eines bis zu drei Meter hohen Busches
gepresst, der in den Wüstengegenden der USA und Mexiko wächst.
Indianer und Azteken gebrauchten Jojobaöl als Allroundheilmittel. Bei
uns wird es vor allem in der Haut- und Haarpflege eingesetzt.


K
Kleie:
Fällt bei der Mehlherstellung an. Kleie enthält vor allem die äußeren
Schichten des Getreidekorns. Der Rohfasergehalt liegt bei 10–15 %. Vor
allem Weizenkleie wird gerne gefressen. Sie wirkt leicht abführend. Keine
zu große Menge (> 500 g) verfüttern: Gefahr der Verkleisterung im Magen
(Kolik!). Kleie nicht in zu großen Mengen bevorraten, da sie leicht
Feuchtigkeit annimmt und dann verdirbt.

Knoblauch:
bewährte Futterbeigabe zur Unterstützung des gesamten Stoffwechsels der
Pferde. Speziell in der warmen Jahreszeit gibt es den Pferden einen guten
Schutz gegen lästige Insekten. Das Pferd transportiert die Aromastoffe mit
dem Schweiß an die Oberfläche und schafft ein für Insekten unattraktives
Klima.

Kohlenhydrate:
Wichtigste energieliefernde Stoffe für das Tier. Der Hauptanteil der
Kohlenhydrate besteht aus Mehrfachzuckern, Stärke und Cellulose.

Kolostrum:
Erste Milch der Stute (Biestmilch): Es enthält die Antikörper, die von hoher
Bedeutung für die Abwehrkräfte des Fohlens sind. Das Kolostrum ist nur
innerhalb der ersten 24–36 Stunden nach der Geburt wirksam. Innerhalb
dieser Zeit kann eine Aufnahme durch die noch „offene“ Darmwand des
Fohlens stattfinden.

Kotfressen:
Beim Fohlen ist dies in den ersten Lebenswochen ein natürlicher Vorgang
zum Aufbau der Darmflora mit Keimen. Beim ausgewachsenen Pferd liegt
die Ursache meist in einer Rohfaser- oder Vitamin- und Mineralunter-
versorgung.

Krippenfutter:
auch Kraftfutter genannt. Sammelbegriff für alle konzentrierten Futtermittel
(Getreidekörner, Mischfutter).


L
Laktation:
Zeitraum, in dem die Stute Milch produziert (Säugezeit)

Lecitin:
Emulgator, der die Leberfunktion sowie die Aufnahme und Verwertung von
Ölen und Fetten aus dem Futter unterstützt.

Leinsamen:
hat verdauungsfördernde Eigenschaften und wirkt sich positiv auf die
Darmtätigkeit aus; dazu trägt der hohe Fettgehalt von 33% bei. Der hohe
Anteil an Schleimstoffen überzieht die Magen- und Darmschleimhaut mit
einem schützenden Film. Schwefelhaltige Aminosäuren wirken sich positiv
auf Huf und Haarkleid aus. Leinsamen enthält außerdem einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren und Eiweiß. Die im Leinsamen enthaltenen
Blausäure wird durch Kochen unschädlich gemacht. Goldgelber Leinsamen
muss hingegen nicht gekocht werden, da er keine bedeutende Menge an
Blausäure enthält.

Leistungsbedarf:
Enthält über den Erhaltungsbedarf hinaus jene Nährstoffmengen, die für
Aufbau und Vermehrung von Körpersubstanz (Muskulatur und Wachstum),
die Produktion von Milch, die Entwicklung des ungeborenen Fohlens oder
für die Arbeit notwendig sind.

Lignin:
Gerüstsubstanz, die neben der Cellulose und weiteren Bestandteilen im
Stroh enthalten ist. Es bewirkt dort die zusätzliche Versteifung der Fasern.

Linolsäure:
Wichtige „Ungesättigte Fettsäure“ (in Sonnenblumenöl, Maiskeimöl,
Weizenkeimöl, Distelöl)

Linolensäure:
Wichtige „Ungesättigte Fettsäure“ (in Leinöl und Fettfischen)

Luzerne:
Luzerne
zählt zu den kleeartigen Gewächsen (Leguminosen) und besitzt
einen recht hohen Eiweißgehalt und viel Calcium. Luzerne sollte im Hinblick
auf ein ausgeglichenes Nähstoffangebot und Verträglichkeit in Kombination
mit eiweißarmen und rohfaserreichen Futtermitteln gefüttert werden.

Lysin:

Essentielle Aminosäure. Lysin ist bedeutendster Eiweißbaustein und
Bestandteil von vielen Enzymen. Es ist praktisch in allen Geweben im
tierischen Organismus enthalten, hat aber besondere Bedeutung bei der
Bildung kollagener Gewebe. Als Bestandteil von Nucleotiden im Zellkern
regt es die Zellteilung und damit die Neubildung und das Wachstum an.


M
Mash:
Kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt Futterbrei. Gehört zu
den Diätfuttermitteln. Mash wirkt appetit- und verdauungsanregend,
entschlackt den Verdauungstrakt und verbessert so die Stoffwechselfunktion.
Ein klassischer Mash ist ein Gemisch aus gekochtem Leinsamen, Kleie,
Hafer und Salz. Mit heißem Wasser übergossen, sollte es nach kurzem
Quellen (ca. 15 min.) lauwarm an das Pferd verfüttert werden. In der Regel
wird ein Mash 1–3 x pro Woche verabreicht.

Melasse:
abgeleitet von „Mel“ (lateinisch) für Honig. Es bezeichnet den honigartigen
dunkelbraunen Sirup, welcher als Nebenprodukt der Zuckerproduktion
anfällt. Melasse enthält noch etwa 50 % Zucker, der aber nicht mehr
kristallisiert werden kann. Neben dem hohen Zuckergehalt enthält die
Melasse auch Vitamine und Mineralstoffe.

Mengenelemente:
Teilgruppe der Mineralstoffe. Zu den für das Pferd lebensnotwendigen
Mengenelementen zählen Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium,
Kalium, Chlor und Schwefel.

Metabolismus:
Stoffwechsel

Mikroorganismen:
Kleinstlebewesen wie z.B. Pilze und Bakterien

Milchaustauscher:
Wasserlösliches Trockenpräparat zur Versorgung von mutterlosen
Saugfohlen oder bei zu geringer Milchleistung der Mutterstute.

Milchsäure:
Entsteht bei der Glycolyse sowie durch Milchsäurebakterien. Entsteht sowohl
bei der Konservierung (Silage) als auch im Körper u.a. als toxische
Gewebemilchsäure (Muskelkater) oder in der Darmflora. Die zwei Arten der
Milchsäure sind die D (-) und L (+)-Milchsäure. Sie kann auch probiotisch
wirken und dem Körper z.B. durch Fermentgetreide/Brottrunk zugeführt
werden.

Milchsäurebakterien:
Mikroorganismen, die u.a. antibakterielle Substanzen bilden, die antibiotisch auf Krankheitskeime wie Colibakterien oder Clostridien wirken. Bei zu
hohem pH-Wert (zu basisch) kann die Fütterung von Milchsäurebakterien
eine Kolonisierung krankmachender Bakterien verhindern.

Mineralstoffe:

Lebensnotwendige nicht-organische Nährstoffe, welche der Organismus
nicht selbst herstellen kann. Sie müssen mit der Nahrung zugeführt werden
(Mineralfutter). Man unterscheidet Mengenelemente und Spurenelemente.

Mischfutter:
Kann ein Alleinfutter (einschließlich Rohfaseranteil) oder Ergänzungsfutter
sein. Ist aus verschiedenen einzelnen Komponenten zusammengemischt.

Monogastrier:
Tier mit einhöhligem Magen (Pferd, Schwein, Hund); im Gegensatz dazu
haben Wiederkäuer (z.B. Schaf, Rind) einen mehrteiligen Magen.

Mutterkorn:
Auf Gräsern, insbesondere Roggen, anzutreffender parasitärer Pilz. Giftig!
Der Pilz tritt vermehrt in feuchten Jahren auf. Durch den Einsatz von
Fungiziden ist die Verbreitung des Mutterkorns stark zurückgegangen. Wird
in Arzneien verwendet.


N
Nutritiv: Ernährungsbedingt


O
Omega-3-Fettsäure:
Als Omega-3-Fettsäuren werden eine bestimmte Sorte Fettsäuren
bezeichnet. Diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind essentiell. Sie
haben eine günstige Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System und sind ein
wichtiger Bestandteil der Zellmembranen. Als Linolensäure sind sie z.B. in
Leinöl und Sojaöl enthalten.

Öle (pflanzlich):
Pflanzliche Öle sind sehr energiereich, enthalten aber nahezu kein Eiweiß.
Öle haben eine positive Wirkung auf den Magen-Darmtrakt. Sie erleichtern
den Fellwechsel und ihr Gehalt an lebensnotwendigen Fettsäuren ist hoch.
Zudem wirkt Öl staubbindend, was bei Allergikern vorteilhaft ist.

Organisch gebundene Spurenelemente:
Besitzen hohe Bio-Verfügbarkeit, d. h. die Spurenelemente gelangen
problemlos vom Darm ins Blut und stehen dem Organismus zur Verfügung.


P
Pektin:
Pektin ist der Oberbegriff für eine Gruppe von löslichen Ballaststoffen bzw.
Rohfasern (z. B. aus Äpfeln, Karotten). Sie übernehmen zusammen mit
Zellulose wichtige Stützfunktionen der Pflanzen. Pektine besitzen eine
gewisse gesundheitsfördernde Wirkung und finden wegen ihres
Geliervermögens in der Lebensmittelindustrie Verwendung.

Pepsin:
Enzym zur Spaltung von Proteinen

Photosensibilisierung:
Herabsetzung der Lichtreizschwelle der Haut. Bei Vorliegen einer Photosen-
sibilität treten Erkrankungen (Rötung, Schwellung, Bläschenbildung) an
unpigmentierten Hautbezirken bereits nach normalerweise unschädlichen
Strahlendosen auf. Auslöser sind z.B. Stoffe aus Johanniskraut, Buchweizen, Lupinen, Rotklee, verschiedenen Kohlarten aber auch Medikamente.

pH-Wert:
Maß für den Säuregrad einer Lösung auf einer Skala von 0 –14. Reines
Wasser hat einen pH-Wert von 7, ist also neutral. Saure Lösungen haben
einen pH-Wert unter 7; basische von über 7. Bedeutsam in chemischen/
biochemischen Reaktionen.

Prebiotische Stoffe:
dienen dazu, die erwünschten probiotischen Bakterienkulturen im Darm zu
ernähren. Sie steigern die Anzahl dieser Kulturen im Darm und führen
damit zu einer Hemmung der unerwünschten Bakterien. Die veränderte
Zusammensetzung der Darmflora stärkt das Immunsystem und kann
möglicherweise auch das Risiko der Entstehung von Krebs senken.

Prävention:
Vorbeugende (krankheitsverhütende) Maßnahme

Presshilfsmittel:
Presshilfsmittel dienen der Erleichterung des Pressvorganges aus
zerkleinertem Futter (z.B. Pellets)

Probiotische Stoffe: Nahrungsmittel, die speziell gezüchtete Bakterien-
kulturen enthalten. Sie sind resistent gegen Magensäure und gelangen
im Gegensatz zu herkömmlichen Kulturen in den unteren Darm. Dort
fördern sie die Verdauung, regen das Immunsystem an und regulieren
die Darmflora, indem sie vor unerwünschten Keimen schützen.

Prophylaxe:
Vorbeugung (z.B. von Krankheiten)

Protein:
Eiweiß


R
Raufutter:
Rohfaserreiche Futtermittel wie z.B. Grünfutter und Silage, Heu, Stroh, PRE
ALPIN Wiesencobs
, die zur Unterstützung der Verdauung sowie zur
Kaubeschäftigung dienen. Bei Pferden als Grundfutter mit dem Hauptteil
an der Ration unverzichtbar.

Rekonvaleszenz:
Zeitraum der Genesung

Resorption:
Aufnahme von Stoffen durch die Schleimhaut, z. B. Nährstoffe (oder
Arzneimittel) über Magen- und Darmschleimhaut. In einigen Fällen kann
es auch zur Resorption von Stoffen über die Luft oder Haut kommen,
beispielsweise bei Kontaktgiften.

Rohfaser (Rfr):
Der in Säuren und Laugen unlösliche fett-, stickstoff- und aschefreie
Rückstand einer Substanz. Sammelbegriff für verschiedene chemische
Verbindungen wie z.B. Cellulose (aus Heu), Lignin (Holzfaser) und Pektine
(Rohfaser aus Karotten und Äpfeln); diese variieren sowohl in der
Zusammensetzung als auch in der Verdaulichkeit. Rohfaserreiche
Futtermittel optimieren die Verdauung der gesamten Ration, erhöhen das
Volumen der Futterration und die Kauzeit.

Rohfett (Rft):
Sind alle in Äther löslichen Substanzen im Futtermittel. Fette, Lipoide,
Wachse, Fettsäuren und fettlösliche Vitamine.

Rohasche (Ra):
Mengen- und Spurenelemente, sowie unlösliche Stoffe wie Sand und Ton

Rohprotein (Rp):
Summe aus Reineiweiß und N-haltigen Substanzen nicht-eiweißartiger Natur
(z. B. Aminosäuren). Der Gehalt an Rp wird durch Bestimmung des
Stickstoffs (N) ermittelt und dann mit dem Faktor 6,25 multipliziert (N x 6,25
= Rp)

Rote Bete:
Die essbaren Stiele und Blätter der Roten Bete sind reich an ß-Carotin.
Die Knolle enthält eine größere Menge an Calcium, Eisen, Kalium, Vitamin C
und Folsäure.


S
Saftfutter:
Mohrrüben, Obst und Gartengemüse; nicht angefaultes, gewaschenes
Saftfutter ist ein schmackhaftes, vitaminreiches Beifutter. Bei zu hohen
Gaben bestehen wegen des geringen Rohfasergehaltes Durchfallgefahr
und andere Verdauungsbeschwerden.

Salzleckstein:
Die oft mangelnde Versorgung mit Natrium kann mit der Gabe von Viehsalz
(NaCl) z.B. in Form von Lecksteinen sichergestellt werden. Pferde nehmen
Salz nach Bedarf auf. Im Kochsalz sorgen Natrium und Chlor (NaCl) für den
Flüssigkeitshaushalt des Pferdes. Eine Besonderheit stellen Himalaya
Salzlecksteine
dar. Diese enthalten neben NaCl zahlreiche Mineralien und
Spurenelemente.

Schwarzkümmel:
wird schon seit dem Altertum wegen der erfrischenden Würze und den
wohltuenden Eigenschaften vielerorts geschätzt. Sogar Mohammed sagte
schon: „Schwarzkümmel heilt jede Krankheit außer den Tod“. Es wird als
sanftes Mittel zur Harmonisierung des Immunsystems und zur Milderung
von allergischen Reaktionen eingesetzt.

Sekundäre Pflanzenstoffe:
Dazu gehören mehr als 30.000 verschiedene Substanzen, die von Pflanzen
gebildet werden und als Schutz- oder Abwehrstoffe gegen Schädlinge, als
Farb-, Duft- oder Lockstoffe und als pflanzeneigene Hormone dienen. Auch
im Pferdeorganismus üben diese Stoffe eine Vielzahl von Schutzfunktionen
aus. Sie können z.B. das Immunsystem stärken, den Körper vor freien
Radikalen schützen, Krankheitserreger abtöten und vieles mehr.

Spurenelemente:
Teilgruppe der Mineralstoffe; die für das Pferd wichtigsten Spurenelemente
sind Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Kobalt, Selen und Jod.

Stoffwechsel:
Grundlage aller Lebensvorgänge und Gesamtheit chemischer
Prozesse im Organismus, die Nahrungsstoffe und körpereigene Depotstoffe
umwandeln (Baustoffwechsel, Energiestoffwechsel).


T
Toxizität:
Giftigkeit

Topinambur:
Die Topinambur ist eine Sonnenblumenart, die keine großen Blütenschei-
ben, dafür aber unter der Erde ein Gelege von Knollen in der Art von
Kartoffeln ausgebildet. Die gesamte Pflanze enthält zahlreiche Mineralstoffe,
Vitamine und andere gesundheitsfördernde Wirkstoffe.


V
Verdaulichkeit:
Differenz zwischen der Menge eines Nährstoffes im Futter und der mit dem
Kot ausgeschiedenen Nährstoffmenge. Die „tatsächlich“ im Pferd
verbleibende Menge.

Verdauliche Energie:
Energie im Futter minus Energie im Kot; Abkürzung: DE; Maßeinheit:
Megajoule (MJ)

Verdauliches Rohprotein:
Rohproteingehalt im Futter minus Rohprotein im Kot; Abkürzung: DP;
Maßeinheit: Gramm (g)

Viren:
Kleine Partikel aus Protein und Nukleinsäure, die nicht aus Zellen bestehen
und deshalb auch keine Lebewesen sind. Sie besitzen jedoch einige
Eigenschaften lebender Zellen: Sie benutzen Wirtszellen, um sich zu
vermehren.

Vitamine:
aus lat. vita (Leben) und Amin (stickstoffhaltig); sind organische
Verbindungen, die vom Organismus für lebenswichtige Funktionen benötigt
werden, wovon aber nur wenige vom Stoffwechsel synthetisiert werden
können. Sie müssen deshalb mit der Nahrung aufgenommen werden. Einige Vitamine werden dem Körper als Vorstufen (Provitamine) zugeführt, die
dann erst im Körper in die Wirkform umgewandelt werden. Man unterteilt in
fettlösliche und wasserlösliche Vitamine.


W
Wasser:
Ein nicht zu vernachlässigendes Futtermittel ist das Wasser. Es sollte dem
Pferd immer in einwandfreier Beschaffenheit zur freien Aufnahme verfügbar
sein. Leitungswasser ist optimal. Regenwasser sollte frei von Fremdstoffen
und Fäulniserregern sein. Wasser aus Fließgewässern und stehenden
Gewässern ist nur nach einer vorherigen positiven Wasseranalyse geeignet.

Wiesencobs (Pre Alpin):
Produkt aus über 60 hochwertigen Kräutern und Gräsern, die zum optimalen
Reifezeitpunkt geerntet und in einer modernen Warmluftanlage getrocknet
werden. Anschließend wird das Trockengut unter Beibehaltung der
pferdegerechten Raufutterstruktur gepresst. Im Gegensatz zu Grünmehl-
pellets bleibt die Struktur der Fasern enthalten. Wiesencobs sind ein idealer
Heuersatz; sie sind arm an Staub und Pilzsporen, jedoch reich an
natürlichen Nährstoffen, Mineralien, Spurenelementen und ß-Carotin.


Z
Zuckerrübenschnitzel:
Abfallprodukt der Zuckerherstellung aus Zuckerrüben. Sie sind energie- und
kalziumreich, jedoch eiweiß- und phosphorarm. Vor dem Füttern die
trockenen Schnitzel mit mindestens vier Teilen Wasserlänger als 4 Stunden
quellen lassen bis sie ausreichend aufgequollen sind. Ansonsten Gefahr der
Schlundverstopfung, Kolik oder Magenriss.