Sensibler Pferdemagen: Anzeichen erkennen und die Fütterung bedarfsgerecht gestalten
Dein sonst so ausgeglichenes Pferd legt beim Gurten plötzlich die Ohren an, reagiert beim Putzen im Bauchbereich empfindlich oder bewegt sich unter dem Sattel ungewohnt angespannt? Solche Veränderungen können viele unterschiedliche Ursachen haben. Neben Ausrüstung, Training, Haltung und Bewegungsapparat kann auch der Verdauungstrakt eine Rolle spielen.
Magenbeschwerden lassen sich anhand einzelner Verhaltensweisen jedoch weder sicher erkennen noch eindeutig von anderen gesundheitlichen Problemen unterscheiden. Zeigt dein Pferd wiederholt Auffälligkeiten, frisst es schlechter oder verändert sich sein Allgemeinzustand, sollte deshalb immer ein Tierarzt hinzugezogen werden.
In diesem Ratgeber erfährst du, welche unspezifischen Anzeichen bei Pferden beobachtet werden können, welche Faktoren den empfindlichen Pferdemagen belasten können und worauf es bei einer bedarfsgerechten, pferdegerechten Fütterung ankommt. Außerdem zeigen wir dir, welche Futtermittel sich zur Ergänzung einer ausgewogenen Ration eignen können.
Symptome und Verhaltensänderungen aufmerksam beobachten
Pferde zeigen Unwohlsein häufig nur durch unspezifische oder zunächst geringfügige Veränderungen. Manche Pferde gähnen häufiger, leerkauen, flehmen, wirken beim Fressen zögerlich oder lassen einen Teil ihrer Ration liegen. Andere reagieren empfindlicher auf Berührungen, erscheinen weniger motiviert oder zeigen ein ungewohntes Verhalten beim Satteln und Reiten.
Diese Beobachtungen können mit Beschwerden im Verdauungstrakt zusammenhängen, kommen jedoch ebenso bei Zahnproblemen, Schmerzen des Bewegungsapparates, unpassender Ausrüstung, Stress oder anderen Erkrankungen vor. Sie sind daher nicht als sichere Symptome einer bestimmten Magenerkrankung zu verstehen.
Auch Veränderungen beim Trinken sollten aufmerksam beobachtet werden. Trinkt ein Pferd deutlich weniger als üblich, verweigert es wiederholt Futter oder Wasser oder wirkt es abgeschlagen, ist zeitnah tierärztlicher Rat erforderlich.
Mögliche Veränderungen, die näher abgeklärt werden sollten, sind:
- Rückzug und verändertes Sozialverhalten: Das Pferd beteiligt sich weniger am Geschehen, zieht sich von anderen Pferden zurück oder wirkt ungewöhnlich ruhig. Eine solche Verhaltensänderung kann zahlreiche Ursachen haben und sollte insbesondere dann ernst genommen werden, wenn sie plötzlich auftritt.
- Empfindlichkeit beim Putzen und Satteln: Schweifschlagen, Anspannen, Ausweichen, Schnappen oder Treten beim Berühren der Gurtlage können auf Unbehagen hinweisen. Vor einer Zuordnung zum Magen sollten unter anderem die Passform von Sattel und Gurt sowie mögliche Beschwerden an Rücken, Rippen und Muskulatur überprüft werden.
- Auffälligkeiten unter dem Sattel: Ein verkürzter Bewegungsablauf, fehlende Losgelassenheit oder Widerstand gegen Schenkel- und Zügelhilfen können durch Schmerzen, Überforderung, Ausrüstungsprobleme oder Stress entstehen. Eine sorgfältige Ursachenklärung ist deshalb besonders wichtig.
- Bocken oder Widersetzlichkeit im Training: Plötzliches Bocken, Steigen oder Verweigern ist kein
eindeutiger Hinweis auf ein Magenproblem. Das Verhalten sollte dennoch nicht
vorschnell als Unart bewertet werden. Eine fachkundige Kontrolle von
Gesundheit, Ausrüstung, Haltung und Training hilft dabei, mögliche Ursachen
systematisch einzugrenzen.
Bei ausgeprägten Schmerzen, Koliksymptomen, stark verminderter Futteraufnahme, wiederholtem Hinlegen, Wälzen oder einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands muss unverzüglich ein Tierarzt verständigt werden.
Warum lange Fresspausen für Pferde ungünstig sein können
Der Verdauungstrakt des Pferdes ist auf die regelmäßige Aufnahme kleiner Mengen strukturreicher Nahrung ausgerichtet. Der relativ kleine Pferdemagen gibt den Futterbrei kontinuierlich an den Dünndarm weiter. Gleichzeitig wird fortlaufend Magensäure gebildet.
Beim gründlichen Kauen von Raufutter entsteht Speichel. Dieser vermischt sich mit dem Futter und enthält unter anderem Bicarbonat. Eine ausreichende Kautätigkeit ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der natürlichen Verdauungsabläufe.
Lange Fresspausen, eine insgesamt zu geringe Raufuttermenge oder sehr große Kraftfutterportionen entsprechen diesen physiologischen Bedingungen nur eingeschränkt. Die Ration sollte daher möglichst so gestaltet werden, dass ausreichend geeignetes Raufutter zur Verfügung steht und längere Unterbrechungen der Futteraufnahme vermieden werden.
Wie viel Raufutter ein Pferd benötigt und wie die Menge über den Tag verteilt werden sollte, hängt unter anderem von Körpergewicht, Haltung, Arbeitsleistung, Gesundheitszustand und Qualität des Futters ab. Bei der individuellen Planung unterstützen Tierärzte und qualifizierte Fütterungsberater.
Mögliche Ursachen und Risikofaktoren für Magenbeschwerden
Magenbeschwerden können durch unterschiedliche Faktoren begünstigt werden. Häufig greifen Fütterung, Haltung, Nutzung und individuelle Empfindlichkeit ineinander. Auch Erkrankungen, Schmerzen oder bestimmte Medikamente können eine Rolle spielen.
Zu den Faktoren, die bei der Ursachenklärung berücksichtigt werden sollten, gehören:
- Unruhe im Herdenverband:
Häufige Rangordnungskonflikte, fehlende Ausweichmöglichkeiten oder eine zu geringe Zahl an Fressplätzen können dazu führen, dass einzelne Pferde ihre Ration hastig aufnehmen oder wiederholt vom Futter vertrieben werden..
- Unpassende Haltungsbedingungen:
Wenig freie Bewegung, fehlende Sozialkontakte, häufig wechselnde Abläufe oder dauerhaft unruhige Stallbereiche können das Verhalten und die Futteraufnahme beeinflussen. Pferde profitieren von vorhersehbaren Routinen, ausreichenden Ruhephasen und einer Haltung, die ihren artspezifischen Bedürfnissen möglichst gut entspricht.
- Nicht angepasstes Training:
Trainingsumfang und Trainingsintensität sollten zum Alter, Ausbildungsstand und Konditionszustand des Pferdes passen. Eine dauerhafte körperliche oder mentale Überforderung kann sich unter anderem auf Verhalten, Fressverhalten und Allgemeinzustand auswirken.
- Erkrankungen und Schmerzen:
Beschwerden an Zähnen, Rücken oder Bewegungsapparat sowie andere Erkrankungen können die Futteraufnahme verändern und Stress verursachen. Eine umfassende tierärztliche Untersuchung kann deshalb über den Magen hinaus weitere Organsysteme und mögliche Schmerzquellen einbeziehen.
- Große Mengen stärkehaltiger Futtermittel:
Hohe Kraftfuttermengen und große Einzelportionen können für den Verdauungstrakt ungünstig sein. Benötigt ein Pferd zusätzlich zum Raufutter energiereiches Futter, sollte die Gesamtration fachgerecht berechnet und auf mehrere geeignete Mahlzeiten verteilt werden.
Tierärztliche Diagnose: Klarheit durch eine Gastroskopie:
Verhaltensauffälligkeiten oder Veränderungen der Futteraufnahme erlauben keine sichere Diagnose eines Magengeschwürs oder einer Magenschleimhauterkrankung. Besteht ein entsprechender Verdacht, ist eine tierärztliche Untersuchung notwendig.
Zur direkten Beurteilung der Magenschleimhaut wird in der Regel eine Gastroskopie durchgeführt. Dabei führt der Tierarzt ein flexibles Endoskop über die Nüster und die Speiseröhre bis in den Magen. Eine Kamera ermöglicht es, verschiedene Bereiche des Magens anzusehen und sichtbare Veränderungen zu beurteilen.
Damit der Magen während der Untersuchung ausreichend einsehbar ist, sind bestimmte Vorbereitungsmaßnahmen erforderlich. Wie lange das Pferd vor der Untersuchung kein Futter oder Wasser aufnehmen darf, legt ausschließlich die behandelnde Tierarztpraxis fest. Die jeweiligen Anweisungen müssen genau eingehalten werden.
Je nach Befund und Gesamtbild können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, beispielsweise:
- eine klinische Allgemeinuntersuchung,
- eine Kontrolle der Maulhöhle und Zähne,
- Blutuntersuchungen,
- Kotuntersuchungen,
- eine Ultraschalluntersuchung,
- die Überprüfung weiterer Organsysteme,
- eine Analyse der bisherigen Fütterung und Haltung.
Diese Verfahren können wichtige zusätzliche Informationen liefern. Ob und welche Untersuchung erforderlich ist, entscheidet der Tierarzt im Einzelfall.
6 Tipps für weniger Unruhe im Stallalltag
- Ausreichend Fressplätze anbieten:
In Gruppenhaltungen sollten genügend räumlich voneinander getrennte Fressplätze zur Verfügung stehen. Rangniedrige Pferde benötigen die Möglichkeit, auszuweichen und ihre Ration ohne ständige Unterbrechungen aufzunehmen.
- Verlässliche Abläufe schaffen:
Regelmäßige Fütterungs-, Weide- und Bewegungszeiten geben vielen Pferden Orientierung. Änderungen sollten möglichst schrittweise erfolgen, sofern keine akute Situation ein sofortiges Handeln erforderlich macht.
- Konflikte im Herdenverband beobachten:
Nicht jede Auseinandersetzung macht eine Umgruppierung notwendig. Wird ein Pferd jedoch dauerhaft verdrängt, verletzt oder am Fressen gehindert, sollte die Zusammenstellung der Gruppe überprüft werden. Auch Platzangebot, Futterstellen und Rückzugsmöglichkeiten sind dabei zu berücksichtigen.
- Training individuell anpassen:
Zeigt ein Pferd Schmerzen, deutliche Abwehr oder einen verminderten Allgemeinzustand, sollte es nicht regulär weitertrainiert werden. Art und Umfang der Bewegung sind mit dem behandelnden Tierarzt abzustimmen. Je nach Befund kann eine Trainingspause oder kontrollierte leichte Bewegung sinnvoll sein.
- Veränderungen sorgfältig planen:
Transporte, Stallwechsel und die Eingliederung in eine neue Herde bedeuten eine Umstellung. Lassen sich solche Ereignisse planen, sollten Fütterung und Tagesablauf möglichst konstant gehalten und Veränderungen schrittweise vorbereitet werden.
- Eine ruhige Fressumgebung ermöglichen:
Pferde sollten ihre Mahlzeiten möglichst ohne ständige Störungen aufnehmen können. Ausreichend Zeit, ein geeigneter Fressplatz und eine kontrollierte Futterqualität gehören zu den Grundlagen einer pferdegerechten Fütterung.
Magenprobleme beim Pferd: tierärztliche Behandlung
Wurde eine Erkrankung des Magens festgestellt, legt der Tierarzt die Behandlung anhand des konkreten Befundes fest. Dabei können verschreibungspflichtige Tierarzneimittel zum Einsatz kommen. Auswahl, Dosierung, Kombination und Anwendungsdauer richten sich nach Diagnose, Schweregrad und individueller Situation des Pferdes.
Arzneimittel dürfen nicht eigenständig begonnen, ausgetauscht oder vorzeitig abgesetzt werden. Auch frei verkäufliche Futtermittel und Ergänzungsfuttermittel ersetzen weder die tierärztliche Diagnose noch eine erforderliche medizinische Behandlung.
Begleitend kann es sinnvoll sein, Haltung, Fütterung und Training zu überprüfen. Veränderungen der Ration sollten jedoch auf das Pferd, seinen Ernährungszustand, seine Nutzung und den tierärztlichen Befund abgestimmt werden.
Magenfreundliche Pferdefütterung bedarfsgerecht gestalten
Eine bedarfsgerechte Fütterung beginnt mit einer ausreichenden Menge hygienisch einwandfreien Raufutters. Heu sollte frei von sichtbarem Schimmel, ungewöhnlichem Geruch und übermäßiger Staubbelastung sein. Auch Lagerung, Erntezeitpunkt, Pflanzenbestand und Struktur beeinflussen die Futterqualität.
Die passende Heumenge lässt sich nicht allein anhand des Augenmaßes bestimmen. Idealerweise wird das Raufutter gewogen und die Ration auf das Körpergewicht des Pferdes bezogen. Bei leichtfuttrigen Pferden, Übergewicht oder Stoffwechselproblemen ist eine individuelle Planung besonders wichtig. Die Raufuttermenge sollte nicht ohne fachliche Begleitung stark reduziert werden.
Auch die Fressdauer ist relevant. Engmaschige Heunetze oder andere Slowfeeding-Systeme können die Aufnahmezeit verlängern, müssen aber sicher angebracht und zum Pferd passen. Sehr engmaschige Netze sind nicht für jedes Tier geeignet, insbesondere wenn Zahnprobleme, Frustration oder eine unnatürliche Fresshaltung entstehen.
Stroh kann je nach Qualität, Pferd und Gesamtration als ergänzendes Strukturfutter dienen. Es sollte hygienisch einwandfrei sein und nicht in unkontrolliert großen Mengen aufgenommen werden. Bei Pferden mit Zahnproblemen oder besonderen gesundheitlichen Anforderungen ist die Eignung vorab fachlich zu beurteilen.
Futtermittel für Pferde mit besonderen Fütterungsansprüchen
Ergänzungsfuttermittel können eingesetzt werden, um eine Ration an den individuellen Bedarf des Pferdes anzupassen. Entscheidend ist dabei nicht ein einzelner Inhaltsstoff, sondern die ausgewogene Zusammenstellung der gesamten Tagesration. Getreidefreies Mash Ein getreidefreies Mash kann eine schmackhafte, mit Wasser zubereitete Ergänzung des Speiseplans sein. Je nach Zusammensetzung enthält es beispielsweise aufgeschlossene Fasern, Leinsamen, Rübenschnitzel oder weitere pflanzliche Bestandteile. Mash ist nicht automatisch für jedes Pferd kalorienarm oder uneingeschränkt geeignet. Deklaration, Energiegehalt, Zucker- und Stärkeanteil sowie die empfohlene Fütterungsmenge sollten deshalb genau geprüft werden. Das Produkt muss entsprechend den Herstellerangaben zubereitet werden. Leinsamen und Leinsamenprodukte Leinsamen liefern Fett, Eiweiß und quellfähige Bestandteile. Im Handel sind unter anderem thermisch behandelte Leinsamen, Leinkuchen, Leinextraktionsschrot und leinsamenhaltige Mischfuttermittel erhältlich. Die Produkte unterscheiden sich deutlich hinsichtlich Verarbeitung, Nährstoffgehalt und Zubereitung. Nicht jede Form darf in gleicher Weise verfüttert werden. Maßgeblich sind daher die Fütterungshinweise des Herstellers und die Einbindung in die Gesamtration. Faserreiche Ergänzungsfuttermittel Faserbasierte Futtermittel können als Alternative oder Ergänzung zu klassischen Getreidemischungen dienen. Dazu gehören je nach Produkt beispielsweise Wiesengräser, Rübenschnitzel, Luzerne oder andere strukturreiche Komponenten. Auch hierbei sind Qualität, Zerkleinerungsgrad, Einweichvorgaben und individuelle Verträglichkeit zu beachten. Bei Pferden mit eingeschränkter Kaufähigkeit können eingeweichte Faserprodukte eine geeignete Ergänzung darstellen, sofern sie fachgerecht ausgewählt werden. Kräuterhaltige Futtermittel Kräutermischungen für Pferde enthalten beispielsweise Kamille, Fenchel, Anis, Kümmel, Eibisch oder Süßholzwurzel. Sie dienen als aromatische Ergänzung der Ration und können zur geschmacklichen Vielfalt beitragen. „Natürlich“ bedeutet jedoch nicht automatisch risikofrei. Pflanzen enthalten biologisch aktive Stoffe und können für bestimmte Pferde ungeeignet sein oder mit Arzneimitteln interagieren. Zudem sind Kräutermischungen nicht für eine unbegrenzte, unkontrollierte Dauerfütterung vorgesehen. Zusammensetzung, Dosierung und Anwendungsdauer sollten sorgfältig geprüft werden. Bei Turnierpferden müssen zusätzlich die jeweils geltenden Anti-Doping- und Medikamentenkontrollregeln des zuständigen Verbandes berücksichtigt werden. n den Magenraum und unterstützen eine entspannte Magenmuskulatur.
Hochwertige Öle als alternative Energiequelle
Benötigt ein Pferd mehr Energie, ohne dass die Getreidemenge stark erhöht werden soll, können geeignete Pflanzenöle einen Teil der Ration ergänzen. Häufig verwendet werden beispielsweise Leinöl, Rapsöl oder Reiskeimöl.
Öl ist sehr energiereich und sollte deshalb langsam eingeschlichen werden. Eine große Menge ist nicht automatisch sinnvoll. Die geeignete Tagesmenge hängt von Körpergewicht, Arbeitsleistung, übriger Ration und individueller Verträglichkeit ab.
Bei einer längerfristig fettreicheren Fütterung muss die Nährstoffversorgung insgesamt überprüft werden. Insbesondere die Versorgung mit Vitamin E kann je nach Ration relevant sein. Eine Rationsberechnung hilft, Energie, Eiweiß, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine ausgewogen aufeinander abzustimmen.
Produkte mit Natriumbicarbonat, Pektin, Lecithin, Hefen, Aminosäuren oder weiteren funktionellen Bestandteilen sind ebenfalls erhältlich. Ihre Eignung lässt sich jedoch nicht pauschal beurteilen. Entscheidend sind die konkrete Zusammensetzung, die ausgelobte Zweckbestimmung, die Dosierung und der tatsächliche Bedarf des Pferdes.
Den gesamten Verdauungstrakt im Blick behalten
Magen, Dünndarm und Dickdarm bilden ein zusammenhängendes Verdauungssystem. Veränderungen an Kotkonsistenz, Fressverhalten, Körpergewicht oder Leistungsbereitschaft sollten deshalb nicht isoliert betrachtet werden.
Kotwasser, Durchfall, wiederkehrende Blähungen oder Gewichtsverlust können unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören unter anderem Futterqualität, abrupte Futterwechsel, Parasiten, Zahnprobleme, Sandaufnahme, Infektionen oder Erkrankungen des Verdauungstraktes. Eine pauschale Zuordnung zu einer „gestörten Darmflora“ ist ohne Untersuchung nicht möglich.
Probiotische und präbiotische Bestandteile werden verschiedenen Ergänzungsfuttermitteln zugesetzt. Ob ein Produkt für ein bestimmtes Pferd sinnvoll ist, hängt von der Zusammensetzung und der gesamten Fütterungssituation ab. Die Begriffe „Probiotikum“ und „Präbiotikum“ allein erlauben keine Aussage über die Eignung oder den zu erwartenden Nutzen eines Produktes.
Ein passendes Mineralfutter ergänzt die Grundration entsprechend ihrem tatsächlichen Nährstoffbedarf. Die Auswahl sollte sich möglichst an einer Heuanalyse und einer Berechnung der Gesamtration orientieren. Eine unnötige Überversorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen ist ebenso zu vermeiden wie eine Unterversorgung.
Ausgewählte Futtermittel für sensible Pferde
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Zum Sortiment können beispielsweise gehören:
- getreidefreie Mash-Produkte,
- faserreiche Ergänzungsfuttermittel,
- Leinsamen und leinsamenhaltige Produkte,
- ausgewählte Pflanzenöle,
- kräuterhaltige Ergänzungsfuttermittel,
- strukturreiche Futtermittel,
- Mineralfutter für unterschiedliche Rationen.
Achte bei der Auswahl stets auf die vollständige Deklaration, die analytischen Bestandteile, die Zusatzstoffe und die empfohlene Tagesmenge. Ein Ergänzungsfuttermittel sollte zur Grundration passen und nicht allein aufgrund einzelner werblicher Schlagwörter ausgewählt werden.
Bei diagnostizierten Erkrankungen, wiederkehrenden Beschwerden, deutlichem Gewichtsverlust oder anhaltender Futterverweigerung ist eine tierärztliche Abklärung erforderlich. Futtermittel können eine bedarfsgerechte Ernährung ergänzen, sind jedoch kein Ersatz für eine medizinische Untersuchung oder Behandlung.